Phenylendiamine

Deckende Farbpigmente

Regelmäßig gerät die Haarfarbe unter Beschuss. Der Grund sind Para-Phenylendiamine, kurz PPD. Dabei ist dieser Stoff längst nicht nur in der klassischen Haarfarbe enthalten. Auch Intensiv-Tönungen und Pflanzenfarben nutzen die deckende Wirkung dieser Pigmente. Wir verraten, was es mit dem umstrittenen Stoff auf sich hat.

Große Pigmente durch kleine Öffnungen

Die große Herausforderung beim Haare färben besteht darin, die

Schuppenschicht

der Haare nicht zu weit zu öffnen, um die Haare nicht zu sehr zu schädigen und trotzdem große Pigmente ins Haar zu schleusen.

PPD besitzt den Vorteil, dass es im Einzelzustand relativ klein ist und sich erst im Haar zu langen Ketten verbindet. Bislang ist PPD der einzige Stoff, der weißes oder graues Haar dauerhaft komplett abdecken kann. Der Nachteil: viele Menschen reagieren allergisch

PPD wird als allergener Stoff eingestuft, da einige Menschen darauf allergisch reagieren. Aufgrund dieser Tatsache wurde der Stoff 1908 verboten. Da das alternativ eingesetzte Toluylendiamin ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen kann und bis heute keine leistungsstarke Alternative gefunden werden konnte, wurde PPD in den 80er Jahren auf Wunsch der Industrie wieder zugelassen.

Vorsicht vor Henna mit PPD

Besondere Vorsicht ist bei schwarzem Henna geboten, das gerne für Haut-Tattoos eingesetzt wird. Henna selbst ist Rot, die schwarze Farbe wird zumeist durch die Zugabe von PPD erreicht. Da hier keine Kuppler zugefügt sind, die die Farbvorstufen verbinden, reagiert PPD mit sich selbst – eine relativ heftige Reaktion. Auch Menschen, die keine Überempfindlichkeit gegen PPD haben, reagieren häufig auf diese Tattoos und leiden später unter einer Allergie.

Der Patch-Test

Er wird in jeder Packungsbeilage empfohlen, aber in der Realität leider nur selten umgesetzt: Der Allergietest. Dabei ist es ganz einfach. Man trägt die Farbe in der Armbeuge auf, da hier die Haut sehr dünn ist. Mit einem Pflaster darüber soll das Produkt 48 Stunden lang einwirken. Besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber einem der Stoffe, dann lässt sich dies rasch auf diesen sanften Weg herausfinden.

Was tun bei einer Allergie?

Wer eine Allergie gegen PPD hat, sollte vor jeder Farbanwendung abklären, ob das verwendete Produkt die deckenden Pigmente enthält. Wenn PPD enthalten ist, so findet man diesen Hinweis auf der Verpackung. Durch das

Haarfärbeverbot für unter 16-Jährige

wird es noch einfacher, Färbeprodukte mit PPD zu erkennen, da diese mit einem Warnhinweis versehen werden müssen.

Da der Hautkontakt bei einer kompletten Haarfärbung sehr intensiv ist, kann eine allergische Reaktion heftig ausfallen. Greifen Sie also im Falle einer Überempfindlichkeit lieber auf eine Alternative zurück.

Alternativen für Allergiker

Auch wenn Sie viele Färbeprodukte nicht vertragen, müssen Sie heute längst nicht komplett auf eine farbliche Veränderung Ihrer Haare verzichten. Mit Extensions (Link zu T) bietet sich ein großer Spielraum an Farbeffekten fürs Haar. Hier können Sie zwischen kurzfristigen und dauerhaften Methoden wählen.

Elumen ist eine PPD-freie, physikalische Haarfarbe, die magnetisch auf Naturhaar haftet.

Auch Pflanzenfarben sind eine Alternative. Doch Vorsicht, nicht alle Pflanzenfarben sind PPD-frei.

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