Pflanzenfarben

Farbvielfalt aus der Natur

Gibt es etwas Farbenprächtigeres als eine Blumenwiese? Mutter Natur hat zahlreiche wunderbare Farben geschaffen, um daraus gut verträgliche Farbstoffe für das Färben der Haare gewinnen. Schon vor 3.000 Jahren bedienten sich Menschen dieser Möglichkeiten.

Klassische Pflanzenfarben

Diese Haarfarben sind als Pulver erhältlich und werden mit warmem Wasser aktiviert. Sie haben in der Regel eine sehr lange Einwirkzeit und decken weiße Haare nicht vollständig ab. Die Grundlage dieser Produkte ist zumeist Henna, da es wie

PPD

den Vorteil hat, dass es im Einzelzustand relativ klein ist und sich erst im Haar zu einem großen Molekül zusammen setzt.

Farbauswahl

Henna selbst ist entgegen der landläufigen Meinung nicht Rot, sondern eher Orange. Um andere Farbnuancen zu erzielen, werden Walnussschalen, Indigo, Rhabarberwurzel, Kamille, Kaffee oder Tee hinzugegeben. Ein kupferfarbener Unterton bleibt aber immer vorhanden. Reine Pflanzenfarben können Haare nicht aufhellen, so ist der farbliche Spielraum eingeschränkt.

Der Vorteil für feines Haar

Henna enthält Gerbsäure, die sich auf dem Haar ablagert und feines Haar etwas verdickt. Es wird dadurch leichter frisierbar und erhält einen schönen Glanz. Wird Henna allerdings einige Male nacheinander angewendet, so können die Haare dadurch schwerer werden.

Vorsicht vor schwarzem Henna

Wenn Henna graue Haare vollständig abdeckt, oder einen sehr satten, schwarzen Farbton erzielt, sollten Sie skeptisch sein. Häufig wird die Pflanzenfarbe nämlich mit

PPD

, dem deckenden oxidativen Pigment, kombiniert. Da die Kuppler, die für einen Zusammenschluss dieser deckenden Pigmente sorgen, bei Henna fehlen, reagiert PPD mit sich selbst – eine relativ heftige Reaktion, die zu einer Allergie führen kann.

Hochleistungs-Pflanzenfarben

Heute gibt es Pflanzenfarben, die weiße Haare 100% abdecken und Naturhaare heller färben können. Dabei handelt es sich allerdings um pflanzliche Farbstoffe, die oxidativen Haarfarben zugefügt werden. Zumeist ist zwar für die Öffnung der Schuppenschicht kein Ammoniak enthalten, damit sind die Produkte geruchsneutral. Stattdessen enthalten sie aber Monoethanolamin. Dieses Alkalisierungsmittel quillt das Haar zu Beginn nicht so stark wie Ammoniak, wirkt dafür aber länger.

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