Lust zur Läuterung

Ein Besuch im Herzen der Naturkosmetikmarke Weleda

Schon die Anreise ist ein sanftes Gleiten aus dem hektischen, urbanen Leben in ländliche Langsamkeit. Sanfte Hügel, endlose Felder-Teppiche und ein Gefühl von Ruhe begleiten uns vom Flughafen Stuttgart bis zum Heilpflanzengarten von Weleda in Schwäbisch-Gmünd, wo die Basis für die Hautpflegeprodukte und Arzneien des Unternehmens wächst und gedeiht .

Weleda Heilpflanzengarten in Schwäbisch Gmünd

Die Gesundheit des Menschen zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen ist das Ziel von Weleda. Was 1921 als pharmazeutischer Laborbetrieb mit eigenem Heilpflanzengarten begann, ist heute der weltweit führende Hersteller von ganzheitlicher Naturkosmetik und Arzneimitteln für die anthroposophische Therapierichtung.

Destillieranlage vor dem Heilpflanzengarten von Weleda

Europas größter biologisch-dynamischer Heilpflanzengarten mit über 300 unterschiedlichen Pflanzen erstreckt sich am Rande der Schwäbischen Alb und macht Lust auf Selbstgepflanztes. Vor dem Eingang zum Garten grasen friedlich einige Schafe und begrüßen uns mit erwartungsvollem Geblöke, inmitten einer Wiese führt eine überdimensionale Extraktionsanlage dem Besucher eindrucksvoll vor Augen, wie die Pflanzen weiter verarbeitet werden. 

Auf 20 Hektar in friedlicher Koexistenz mit den benachbarten Bauern betreibt Weleda hier biologisch-dynamischen Anbau. Offene Felder und Lebensräume schaffen die Grundlage für Tiere und Pflanzen, sich heimisch zu fühlen und zu gedeihen. Hier wurde an alles gedacht. Sechs Kilometer an Hecken bieten den Vögeln ausreichend Nistgelegenheiten und schützen zugleich die Pflanzen auf den Feldern.

Der Garten bildet einen lebendigen Organismus, der sich selbst trägt und im Gleichgewicht hält. Die Düngung des Bodens erfolgt mit biologisch-dynamischem Kompost und wird durch Gründüngen verlebendigt.

Für die Reinigung des gesamten Brauchwassers der Gärtnergebäude nimmt man die Hilfe von Pflanzen und natürlich vorhandener Mikroorganismen in einer biologischen Kläranlage in Anspruch. Nützlinge werden durch die große Artenvielfalt gefördert. Im Insektenhotel und anderen Nützlingskästen finden sie Quartier, auch für höhlenbrütende Vögel gibt es ausreichend Nistkästen.

Erntezeit im Weleda Heilpflanzengarten

Jedes Jahr nimmt Weleda mindestens eine neue Pflanze aus ihrem Wildstandort in Kultur. So können die Wildbestände der Pflanze geschont und gesichert werden. In den vergangenen Jahren ist es den Gärtnern gelungen, Meisterwurz, Alraune und Augentrost zu kultivieren.

Wir dürfen diesmal bei der Ringelblumen-Ernte helfen. Die Calendula, wie der lateinische Name der Ringelblume lautet, ist ein leuchtend-oranges Multitalent und  dient als Grundlage für Ur-Tinkturen und Ölauszüge, die in fast 30 Weleda Arzneimitteln und Naturkosmetikprodukten eingesetzt werden, speziell für empfindliche und Babyhaut. 

Auf einer Fläche von einem Hektar werden rund drei Tonnen Calendula-Blüten von Hand gepflückt und über 14 Tonnen Frischpflanzen geerntet. Die Calendula ist eine der vielseitigsten und wirksamsten Heilpflanzen, wenn es um die natürliche Gesundheit der Haut geht. Aufgrund ihres hohen Gehalts an wertvollen Inhaltsstoffen wie Carotinoiden, Flavonoiden und Triterpensaponinen wird sie besonders bei der Wundheilig geschätzt. Extrakte aus der Calendula fördern die Regeneration verletzter Haut, wirken aber auch entzündungshemmend bei Zahnfleischentzündungen und Erkältungskrankheiten.

Calendulafeld im Heilpflanzengarten von Weleda

Die Ernte der Blüten erfolgt manuell und das aus gutem Grund. Da der Mensch die Auswahl trifft, erhöht sich die Qualität. Ohne langen Transportweg gelangen die geernteten Calendula-Pflanzen zur Verarbeitung direkt neben den Feldern.

Von der Pflanze zur Tinktur

Links:

www.weleda.de

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