Sanfte Myom-Entfernung

Schonender Schall statt Skalpell

Bei rund einem Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter wächst ein Myom in der Gebärmutter. Die gutartigen Geschwulste in der Gebärmuttermuskulatur kommen nur bei Frauen im gebärfähigen Alter vor, die Ursachen sind nicht genau bekannt, aber neben dem hormonellen Einfluß spielen auch Alter, genetische Veranlagung, Körpergewicht und Ernährung eine Rolle.

Philips mr hifu© Philips

Bis zum 50. Lebensjahr haben 75 % aller Frauen ein Myom, klinisch relevant wird es bei 47 % der Frauen. Diese Myome sind zwar gutartig, doch können sie - je nach Größe und Lage - starke Blutungen oder Unterleibsschmerzen verursachen. Zudem können Sie auch für Schwangerschaften ein erhöhtes Risiko darstellen.
Abhängig vom Ausmaß der Beschwerden muss das Myom behandelt werden. Bis dato war die Standardbehandlung zumeist eine Operation, bei der die Tumore – bei ungünstiger Lage sogar die Gebärmutter – entfernt wurden. Was kaum bekannt ist: nach 3 Jahren haben 1/3 der Frauen der Verlust ihrer Gebärmutter noch immer nicht verarbeitet.

Sanfte Therapie gegen Gebärmuttertumore

Als eines der wenigen Zentren in Deutschland bietet seit kurzem das Klinikum der Universität München am Campus Innenstadt eine schonende Alternative zur OP: Mit einem hoch-fokussierten Ultraschallgerät, das sich in der Liege eines Magnetresonanztomographen (MRT) befindet, veröden die Ärzte das Geschwür.

Sanfte Myom-Entfernung durch MR HIFU© Philips

Dabei  wird das Myom gezielt mit gebündelten Ultraschallwellen auf 60 bis 80 Grad Celsius erhitzt, worauf es abstirbt und über die folgenden Monate schrumpft. Benachbartes Gewebe wird dabei nicht verletzt und die Gebärmutter bleibt erhalten. Der Eingriff erfolgt ambulant, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht erforderlich.

Hochmoderne Technik führt den Schall

Das Gerät, das die sanfte Therapie ermöglicht, ist ein hochmoderner MRT von Philips, der auch für den regulären klinischen Betrieb in der Diagnostik  eingesetzt wird. Die Sonalleve MR-HIFU Therapieeinheit ist ein separater Bestandteil, der in eine Behandlungsliege integriert und einfach an das MRT-System angeschlossen werden kann.

Sanfte Myom-Entfernung durch MR HIFU© Philips

Mitten im hochsensiblen Magnetfeld sendet das Ultraschallgerät seine gebündelten Impulse auf das Myom in der Gebärmutter. Der MRT überwacht dabei den gesamten Therapieverlauf und die Ärzte können das zu behandelnde Gewebe auf den Millimeter genau lokalisieren und den Ultraschall-Impuls entsprechend fokussieren. Daher rührt auch der Name: Hoch-Intensiver-Fokussierter Ultraschall – abgekürzt HIFU.

Durch die permanente Sichtkontrolle während der Therapie wird verhindert, dass gesundes Gewebe in der Umgebung beschädigt wird, dass die Temperatur im Körperinneren oder der Haut zu stark ansteigt und es wird kontrolliert wie sich das Gewebe nach der Behandlung verhält.

Zwei bis drei Tage nach der Behandlung können die Patientinnen wieder normalen Tätigkeiten nachgehen© Philips

Die Patientinnen erhalten lediglich ein leichtes Beruhigungsmittel vor der Behandlung und können in der Regel ein paar Stunden später wieder nach Hause gehen und meist schon in den nächsten ein bis zwei Tagen wieder ihren normalen Tätigkeiten nachgehen.

„Wir sehen bislang sehr gute Behandlungsergebnisse und gehen davon aus, diese Therapie künftig breit einzusetzen“, erklärt Privatdozent Dr. Ulrich Linsenmaier, Geschäftsführender Oberarzt, Klinikum der LMU München, Institut für klinische Radiologie. „Der fokussierte Ultraschall ist ein großer Fortschritt für Frauen. 30 - 50 Prozent des Myoms zu veröden reicht in vielen Fällen sogar schon aus, damit die Patientinnen beschwerdefrei sind. Die Behandlung dauert nur etwa zwei bis drei Stunden und ist für die Frauen fast schmerzfrei, da das Myom im Innern keine Nervenenden hat. Es entstehen auch keine Narben wie nach einer Operation.“

Weitere Einsatzgebiete in der Krebstherapie

Philips plant das Gerät auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Krebstherapie, einzusetzen. „Zunächst konzentrieren wir uns auf die Schmerzbehandlung von Knochenmetastasen“, so Dr. Thomas Andreae, Marketing Direktor von Philips „Wir können Patienten viel Leid ersparen, indem wir die Nervenzellen rund um den Tumor bestrahlen.

Sicher werden wir aber mit MR-HIFU auf längere Sicht neben Metastasen auch primäre Tumore bekämpfen können.“ So haben vor kurzem die ersten klinischen Tests zur Erforschung der Behandlung mit fokussiertem Ultraschall bei Brustkrebs begonnen.
Informationen:
Mein Körper und Ich

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