Das Wachstum unserer Haare

Auf unserem Kopf wachsen täglich etwa 30 Meter Haare

Unsere Haarwurzeln liegen in der Kopfhaut, wie eine Zwiebel in der Erde. In den zwiebelförmigen Teil, der in unserer Unterhaut liegt, münden die Kapillaren. Das sind feinste Blutgefäße, die unsere Haarwurzeln mit Nährstoffen versorgen. Wenn wir Menschen also durch gute Ernährung und eine gesunde Lebensweise dafür sorgen, dass unsere Blutwerte in Ordnung sind, werden unsere Haarwurzeln mit allem versorgt, was sie brauchen. Bei normaler Funktion entstehen so pro Tag etwa 30 Meter Haare auf unserem Kopf. Was wir wahrnehmen ist, dass sie nach einem Monat etwa einen Zentimeter länger sind. 

So entsteht das Haar

Direkt über den Blutgefäßen ist die so genannte Matrix, auch Mutterschicht genannt. Hier entsteht durch Zellteilung stetig neue Haarsubstanz, die von den nachkommenden Zellen in Richtung Oberfläche geschoben wird. Je weiter die Zellen nach oben kommen, desto schmaler wird die Haarwurzel, dadurch wird das Keratin in Form gepresst. Muskeln, die den Kanal zusätzlich verengen, unterstützen die Formgebung. Bevor unser Haar den Ausgang der Wurzel erreicht, passiert es die Talg- und Schweißdrüsen. Wenn diese so funktionieren, wie es von Mutter Natur gedacht war, wird das Haar gleich mit unserem körpereigenen Pflegeprodukt eingecremt.

Die wohlverdiente Pause unserer Haarwurzeln

Sieben Jahre lang verrichten unsere Haarwurzeln unermüdlich ihre Dienste und produzieren stetig neue Haarsubstanz. Dann bereiten sie sich auf ihre Ruhephase vor. Das Haar löst sich von den Blutgefäßen, die Wurzel wird kürzer und verengt sich im unteren Bereich. Die Matrix produziert keine neuen Zellen und nach zwei bis drei Wochen Übergangsphase liegt das Haar nur noch lose in der Haut. Es wird entweder beim Kämmen herausgezogen oder von dem neuen Haar, das nach zwei bis vier Monaten zu wachsen beginnt, herausgeschoben.

Wenn unser Haarwachstum aus dem Gleichgewicht gerät

Normalerweise befinden sich 85% unserer Haare in der Wachstumsphase, 1% in der Übergangs-
phase und 14% in der Ausgangsphase. Aus verschiedenen Gründen haben viele Menschen das Problem, dass diese Werte auf sie nicht mehr zutreffen. Bei ihnen befinden sich weit mehr Haare in der Ausgangsphase – sie leiden unter Haarausfall. Um diesen eindeutig zu diagnostizieren, wird ein Trichogramm erstellt. Dafür werden mit einer Pinzette 100 Haare entnommen. Deren Haarwurzeln werden mit dem Mikroskop beurteilt und den einzelnen Phasen zugeordnet. Wenn mehr als 14 Haare eine verkümmertes Haarende anstelle einer Verdickung zeigen, so lautet die Diagnose: Haarausfall.

Warum leiden immer mehr Frauen unter Haarausfall?

Jede dritte Frau ab 25 und fast 40% der Frauen in den Wechseljahren leiden unter Haarausfall. Lesen Sie hier weiter, um zu erfahren welche Ursachen dafür verantwortlich sind.

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